Charakterisieren der Viskoelastizität von Materialien beim Fließen

Orthogonal Superposition (OSP) ermöglicht direkte Messungen der Viskoelastizität unter gleichzeitiger Scherung zur vollständigen Charakterisierung von Materialien in allen Anwendungsstadien. Diese neue Dimension der rheologischen Prüfung schließt die Lücke zwischen Oszillation und Fließen und misst das viskoelastische Verhalten eines Materials unter den gleichen Scherbedingungen wie bei kritischen Prozessen wie Mischen, Extrudieren, Gießen, Pumpen oder Streichen.
Die Rheologie komplexer Flüssigkeiten (Emulsionen, Suspensionen, Gele, Pasten und mehr) wird traditionell durch Oszillation oder stetige Scherung charakterisiert. Stetige Scherung misst die nicht-Newtonsche Viskosität über einen Bereich von Scherraten oder Spannungen und stellt sicher, dass die Probe während der Verarbeitung, Abgabe und Endverwendung fließt. Die oszillatorische Rheologie bietet eine informativere Messung, die die viskoelastische Reaktion des ruhenden Materials charakterisiert, die direkt aus seiner Mikrostruktur resultiert.
Mit OSP werden G’, G“ und Tan Delta direkt unter den anwendungsrelevanten Fließbedingungen quantifiziert. Messungen der Viskoelastizität während des Fließens bieten einen Einblick in die scherinduzierten Veränderungen der Mikrostruktur, was zu Informationen zur Materialleistung in den wichtigsten Anwendungsstadien führt. OSP bietet auch die Möglichkeit für 2D-SAOS (gleichzeitige Oszillation mit kleinen Amplituden sowohl in Rotations- als auch in axialer Richtung) zur Charakterisierung von anisotropem Materialverhalten oder Partikelorientierung unter Scherung. Diese Testfunktionen liefern neue Einblicke in die Beziehung zwischen Struktur und Leistung und liefern ein fehlendes Stück bei der Charakterisierung von komplexem rheologischem Verhalten.